Der Rhein war bis Ende des 18. Jahrhunderts ein sehr fischreicher Fluss. Er galt als bester Lachsfluss Europas, und Fischerei war bis Ende des 19. Jahrhunderts eine Goldgrube. Die Verwandlung des Rheinstroms in eine "Kloake" war 1901 Thema im deutschen Reichstag. Mit der steigenden Industrialisierung am Rhein und seinen Nebenflüssen kamen zu den organischen Siedlungs-Abwässern immer mehr auch mit Industriestoffen belastete Abwässer hinzu. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts beschwerten sich Lachsfischer am Niederrhein über den schlechten Geschmack der Fische. Ursache war die Einleitung phenolhaltiger Abwässer aus dem Ruhrgebiet. Der Höhepunkt der Rheinverschmutzung war in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts erreicht. Danach wurde durch enorme Anstrengungen im Bereich der kommunalen und industriellen Abwasserreinigung eine deutliche Verbesserung erzielt. Nach dem Chemieunfall bei der Fa. Sandoz in Basel im November 1986 gab es einen weiteren Investititionsschub. Motor und Rahmen für diese unbestrittenen Erfolge waren folgende Übereinkommen:
- Chloridübereinkommen
- Chemieübereinkommen
- Wärmeübereinkommen
- Aktionsprogramm Rhein (APR)
Inzwischen ist die Gewässerqualität des Rheins in Bezug auf viele Schadstoffe wieder als gut einzustufen, aber noch sind nicht alle Zielvorgaben für den Rhein erreicht.
Neue Stoffe sind in den Blickpunkt gerückt, andere Eintragspfade müssen beachtet werden, und die Einhaltung der Nordseeschutzziele wird eingefordert (OSPAR-Übereinkommen, seit März 1998 in Kraft). Die Qualität des Rheinwasser, der im Rhein geführten Schwebstoffe und Sedimente wird in regelmäßigen Abständen untersucht und bewertet. Der Rheingütebericht 2000 enthält Auswertungen zu den Messdaten des Deutschen Untersuchungsprogramms Rhein (DUR) und gibt zudem einen Überblick über die historische Entwicklung der Stoffbelastung und der Lebensgemeinschaft. Schließlich gibt er auch einen Ausblick auf die Herausforderungen der Zukunft.
In den nächsten 10 Jahren wird die EG-Wasserrahmenrichtlinie der Maßstab für die weiteren Aktivitäten zur Verbesserung der Rheinwasserqualität sein. Ziel ist es, bis zum Jahre 2015 den "guten ökologischen und chemischen Zustand" oder zumindest ein "gutes ökologisches Potenzial und einen guten chemischen Zustand'" zu erreichen.











Top
Druck