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Schifffahrt und Transport

Die Schifffahrt ist seit langem ein wichtiger Nutzer des Rheins. Schon 1868 wurden Verfügungen für die Schifffahrt erlassen (Mannheimer Akte). Heute stellt der Rhein die bedeutendste Wasserstraße Europas dar. Die Wasserstraßen Rhein und Mosel haben den Status internationaler Wasserstraßen; die Nutzung ist durch internationale Verträge festgelegt.

Der Rhein ist von der Mündung in die Nordsee bis Basel Rheinfelden auf einer Länge von rund 800 km durchgehend für die Großschifffahrt ausgebaut. Er bietet konkurrenzlos günstige Bedingungen für den Gütertransport per Binnenschiff. Hervorzuheben sind die wirtschaftlichen Abladetiefen, ausreichende Fahrrinnenabmessungen und Brückendurchfahrtshöhen für einen 4-lagigen Containerverkehr.

Auch die Nebenflüsse des Rheins, Mosel, Saar, Main und Neckar, bieten aufgrund ihres Ausbauzustandes günstige Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Binnenschiffstransport. Alles ideale Bedingungen, sowohl für die Förderung der regionalen Wirtschaftsräume, die durch die Vielzahl der Rheinhäfen positive Impulse im Hinblick auf die Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger für den Güterverkehr geben, als auch für eine signifikante Entlastung des Straßenverkehrs.

Gegenüber dem Jahr 2002 wird für das Jahr 2015 für den Rhein eine Steigerung des Güterverkehrsaufkommens um einige Duzent Prozent, das heißt durchschnittlich um 2 bis 3% pro Jahr, erwartet. Diese Zahlen zeigen auf, dass die verkehrliche Bedeutung des Rheins weiter zunehmen wird.

Der Rotterdamer Hafen hat 2004 erstmals mit 354 Millionen Tonnen Umschlag die 350 Millionen Tonnen Grenze überschritten. In den Jahreen 2000 bis 2002 belief sich die gesamte Rheinschifffahrt auf über 300 Millionen Tonnen. Das Transportvolumen und die Transportkapazität des heutigen Schiffverkehrs (Güterverkehr), der ganz oder teilweise auf der Rheinstrecke zwischen Rheinfelden und der niederländisch-deutschen Grenze stattgefunden hat, lag in den Jahren 2001 und 2002 bei etwa 200 Millionen Tonnen/Jahr und bei 22 Milliarden tkm/Jahr.

Im Vergleich zu den anderen Verkehrsträgern ist das Binnenschiff besonders umweltfreundlich. Es hat den niedrigsten spezifischen Energieverbrauch, dementsprechend gering ist sein Anteil an den Schadstoffemissionen des gesamten Güterverkehrs. Der von Binnenschiffen ausgehende Lärm liegt weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte, so dass sich aufwändige Lärmschutzmaßnahmen an den Wasserstraßen erübrigen. An der Gewässerverschmutzung ist die Binnenschifffahrt nur gering beteiligt. Unfallbedingte Austritte wassergefährdender Stoffe sind in Folge der hohen Verkehrssicherheit sehr selten.

Trinkwasserversorgung

Der Rhein versorgt insgesamt ca. 20 Millionen Menschen mit Trinkwasser.

Hauptsächlich erfolgt die Trinkwassergewinnung aus dem Rhein über Uferfiltration. Das Rheinwasser, das monatelang durch verschiedene Erd- und Kiesschichten gesickert und hierbei gereinigt worden ist, wird über Brunnen gefördert. Das so gewonnene Rohwasser wird im Wasserwerk weiteren Aufbereitungsschritten unterworfen.

Die Wasserwerke am Rhein arbeiten in der "Internationalen Arbeitsgemeinschaft Rheinwasserwerke" (IARW) zusammen, die deutschen Wasserwerke haben sich darüber hinaus zu der Arbeitsgemeinschaft Rheinwasserwerke (ARW) zusammengeschlossen. Das Ziel dieser Arbeitsgemeinschaften ist es, die Maßnahmen zu unterstützen, die den Rhein als Quelle der öffentlichen Trinkwasserversorgung sichern und die Wasserqualität verbessern.

Wasserkraftanlagen zur Energieerzeugung

Ab dem Zusammenstrom von Hinter- und Vorderrhein bis zur Mündung in die Nordsee liegen am Rhein 24 Wasserkraftanlagen. Die erste große Anlage, bei Rheinfelden am Hochrhein, wurde 1898 in Betrieb genommen. Die letzte Anlage in Nederrijn, erfolgt 90 Jahre später.

Am Hochrhein werden rund 70 % des ehemaligen Gefälles zwischen dem Rheinfall und Basel mit 11 Laufwasserkraftwerken genutzt. Am Oberrhein befinden sich 10 weitere große Wasserkraftanlagen. Insgesamt haben die Wasserkraftanlagen eine installierte Leistung von insgesamt mehr als 2.200 MW. Zur Stromerzeugung

Erhalt und Optimierung dieser Wasserkraftanlagen haben die größte Bedeutung bei der regenerativen Energienutzung in dieser Region. Weitere Leistungserhöhungen sind möglich und geplant, welche nur relativ geringe ökologische Eingriffe bedingen. Neubewilligungen bestehender Anlagen und von Erweiterungen werden mit erheblichen gewässerökologischen Verbesserungen verbunden. Naturnahe Umgehungsgewässer, Sanierung der Ausleitungs- und Staustrecken, Anschluss der Nebengewässer, Rückbau oder ökologische Sicherung von Uferbefestigungen sind Standard.

Abwassereinleitungen

Im deutschen Rheineinzugsgebiet leben ca. 37 Mio. Menschen. Das Abwasser aus den Kommunen sowie aus Industriebetrieben wird über Kläranlagen, Niederschlagsentwässerungen und z.T. diffus in die Gewässer des Rheineinzugsgebietes eingeleitet. Am Rheinstrom selbst sind folgende Industriezweige relativ zum übrigen Bundesgebiet überproportional verdichtet:



In den dicht besiedelten Industriezentren ist der Energiebedarf sehr hoch. Deshalb sind dort, wo Stein- und Braunkohle zur Verfügung stehen, große Wärmekraftwerke zu finden. An anderen Standorten liefern Kernkraftwerke den benötigten Strom.

Landwirtschaft

Das deutsche Rheineinzugsgebiet ist nicht nur Industriestandort, sondern auch in weiten Flächen intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Weinbau an Rhein und Mosel, der Gemüseanbau am Niederrhein, die Viehwirtschaft im westfälischen Einzugsgebieet des Rheins sind nur einige Stichworte hierfür. Aus der Landwirtschaft werden in der Regel diffus Nährstoffe und auch Pflanzenschutzmittel in die Gewässer des Einzugsgebietes eingeleitet.

Erholung und Sport

Am Rhein zwischen Basel und dem Rheingau sowie am Niederrhein finden sich zahlreiche Naherholungsgebiete, die durch Uferwege, noch erhaltene Auen, Baggerseen, Altrheinarme geprägt sind. Der Mittelrhein ist ein bevorzugtes Ziel für den nationalen und internationalen Tourismus. Wassersport ist an vielen Stellen am Rhein und an den Nebenflüssen möglich. Inzwischen wird der Rhein selbst in den Ballungsgebieten wieder als großes Freibad genutzt. Radfernwege am Rhein, Inline-Skater-Treffs auf den befestigten Deichen bringen den Rhein wieder in das Bewusstsein weiter Teile der Bevölkerung.

Fischerei

Die Berufsfischerei ist am Rhein derzeit fast bedeutungslos. Inzwischen ist durch die Verbesserung der Gewässerqualität, durch Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Wanderfischprogramm der IKSR die Zahl der Fischarten wieder erhöht, aber von einer kommerziellen Nutzung des Fischbestandes im Rhein ist man noch weit entfernt.


25.01.2006