Hochwasser
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Hochwasser

Hochwasser ist als Teil des natürlichen Wasserkreislaufs ein Naturereignis. Große Wassermassen laufen in kurzer Zeit in Bach- und Flusstälern zusammen, wobei Wetter und Flussgebiet das Ausmaß des Hochwassers bestimmen.
Während bei großen Gewässern Hochwasser durch lang anhaltende Niederschläge und Schneeschmelze verursacht werden, entstehen sie an kleineren Flüssen Bächen durch örtliche Gewitter oder sinflutartigen Regen.

Die Folgen können verheerend sein, denken wir beispielsweise an die Hochwasserfluten im Januar 1995 am Rhein oder im Juli 1997 an der Oder sowie an die Hochwasser-Katastrophe im August 2002 an der Elbe und ihren Nebenflüssen im sächsischen Raum.

Hochwasser-Katastrophen am Rhein

  • Rhein-Hochwasser 1342
  • Rhein-Hochwasser 1926
  • Rhein-Hochwasser 1993
  • Rhein-Hochwasser 1995
  • Rhein-Hochwasser 1997
  • November-Hochwasser 1998 (Ruhr)
  • Rhein-Hochwasser 1999
Die Auswirkungen führten uns besonders klar vor Augen, wie bedrohlich Hochwasser in menschliche Schicksale eingreifen können!

Das Naturereignis "Hochwasser" können wir nicht stoppen, wir müssen mit ihm leben. Doch das Wissen über die Gefahren kann uns helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und damit Schäden zu begrenzen oder von vornherein auszuschließen.


Arbeitsgruppe Hochwasser der DK-Rhein

Diese Arbeitsgruppe ist der nationale Partner der internationalen Projektgruppe Hochwasser der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR).

Aufgaben der Arbeitsgruppe Hochwasser der DK-Rhein

Mitarbeit bei den Arbeiten zur Umsetzung des Programms "Rhein 2020", insbesondere
  • Bewertung der Wirksamkeit der im APH für den Rhein vereinbarten Maßnahmen in Deutschland
  • Informationsaustausch mit den Rheinanliegerstaaten der IKSR über Fortschritte bei der Umsetzung des APH
  • Verbesserung des Hochwassermeldesystems in Deutschland
  • Berichterstellung über den Stand der Umsetzung des APH in Deutschland
  • Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Bevölkerung in Bezug auf Hochwassergefahren in Deutschland
  • Vorschläge für die weitere Ausgestaltung der Zusammenarbeit mit den Nichtregierungsorganisationen
  • Aktualisierung des Programss "Rhein 2020"
Die Mitarbeit der deutschen Vertretung in der Projektgruppe Hochwasser der IKSR wird in der Arbeitsgruppe vorbereitet und abgestimmt.

Obmann der Arbeitsgruppe: Dr. Bernd Worreschk, Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz


Aktionsplan für den Hochwasserschutz (APH)

Die Umweltminister der Länder an Rhein und Maas hatten im Februar 1995 die IKSR beauftragt, einen Aktionsplan für den Hochwasserschutz (APH) im Rheineinzugsgebiet aufzustellen. Hierzu hat die IKSR eine Projektgruppe Hochwasser eingerichtet. Die Projektgruppe hat inzwischen den Aktionsplan Hochwasser aufgestellt.

Die wichtigsten Ziele des Aktionsplans Hochwasser sind: Schadensrisiken bis zum Jahr 2005 um 10%, bis 2020 um 25% zu vermindern sowie Extremhochwasserstände unterhalb des staugeregelten Oberrheinbereichs bis 2005 um bis zu 30 cm und bis 2020 um bis zu 70 cm zu vermindern.
Diese ehrgeizigen Ziele sind nur zu erreichen, wenn alle am Hochwasserschutz beteiligten Akteure eng und konstruktiv zusammenarbeiten. Bisheriges sektorielles Denken muß durch integriertes Denken und Handeln auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene ersetzt werden. Angesprochen sind damit in erster Linie die Politikbereiche Wasserwirtschaft, Raumordnung, Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft.

Die Arbeitsgruppe Hochwasser der DK-Rhein konnte die "Leitlinien für einen zukunftsweisenden Hochwasserschutz", die von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) im Auftrag der deutschen Umweltministerkonferenz erstellt worden waren, in die Arbeiten der IKSR einbringen. Sie wurden unter dem Titel "Zehn Leitsätze zur Schadensbegrenzung bei Hochwasser" fast wortgleich in das Strategiepapier der IKSR zum "Aktionsplan Hochwasser" übernommen.
Diese Leitsätze enthalten Aussagen zur Vorsorge und zum akuten Schutz gegen Hochwasser.

Die Handlungsziele zur Umsetzung der Leitsätze wurden durch einen Katalog von Maßnahmen konkretisiert, der in Deutschland von den Bundesländern verbindlich getragen wird. Eine Zwischenbilanz zum Aktionsplan Hochwasser wurde zur 13. Rheinministerkonferenz vorgestellt.

Für den von Deutschland zu leistenden Beitrag zur Umsetzung des Aktionsplans Hochwasser lässt sich festhalten:

  • Das Bewusstsein der Gefahr ist wieder aktiviert worden
  • Die Umsetzung ist überwiegend im Plan
  • Es gibt eine verstärkte Förderung durch die EU
  • Die Kosten liegen im gesteckten Rahmen
Die Chronologie zum APH sowie der Aktionsplan selbst sind unter der Rubrik "Hochwasser" auf der Internetseite Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) abrufbar.

Hochwassergefährdete Bereiche und Schadensrisiken
Rhein-Atlas

Im Auftrag der Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) wurden für alle hochwassergefährdeten Gebiete der Rheinniederung zwischen Bodensee und Mündung in die Nordsee Übersichtskarten über die Überschwemmungsgefährdung bei einem 10-jährlichen, einem 100-jährlichen Hochwasser und einem Extremhochwasser im Maßstab 1:100.000 erstellt. Gleichzeitig wurde untersucht, welche Schadensrisiken in den gefährdeten Gebieten bestehen. Diese Karten sollen der Sensibilisierung der Bevölkerung dienen.
Der Rhein-Atlas mit flächendeckenden Übersichtskarten zur Überschwemmungsgefährdung und zu den Schadensrisiken ist im Dezember 2001 erschienen und unter Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR)abrufbar.

Hochwasser-Vorhersagesystem

Ein wesentliches und unverzichtbares Element der Hochwasservorsorge ist die rechtzeitige Warnung vor Hochwasser. Mit dieser Aufgabe sind seit vielen Jahren in Deutschland auf der Ebene der Bundesländer Hochwassermeldedienste und Vorhersagezentren im Einzugsgebiet des Rheins betraut. Die Tätigkeit dieser Hochwassermelde- und -vorhersagezentralen stützt sich auf entsprechende rechtliche Grundlagen ab. Für die jeweiligen Bundesländer regeln Hochwassermeldeordnungen im Detail, unter welchen Bedingungen der Hochwassermeldedienst aufgenommen wird. Auch die Form der Meldungen, die Meldewege und die Verbreitungsmedien sind in den meisten Fällen genau festgelegt.
Die Kontakte unter den einzelnen Zentralen haben sich im Verlaufe der Jahre meist bilateral und entsprechend dem Bedarf gebildet. Ausgetauscht werden sowohl Hochwassermeldungen wie auch Vorhersagen, zusätzlich auch Messdaten. Die Vorhersagen der Unterlieger beruhen auf Messwerten und Vorhersagen der Oberlieger. Die Meldungen und Vorhersagen für den Rhein unterhalb von Iffezheim bis zur deutsch-niederländischen Grenze werden zentral von dem Hochwassermeldezentrum Rhein in Mainz (HMZ) herausgegeben.

Aktuelle Hochwassermeldungen

Die Wasserstände der letzten sieben Tage können für 40 Pegel am Rhein und den großen Nebenflüssen bei der Bundesanstalt für Gewässerkunde (bfg) sowie im Videotext der ARD auf Tafel 696 abgerufen werden.

Weitere Pegeldaten können zentral auf der Hompage Hochwassermeldezentrum RHEIN in Mainz (HMZ) oder auf den Internetseiten der einzelnen Bundesländer abgerufen werden.


25.01.2006