Wasserqualität
FGG Rhein > Wasserqualität Ökologie Nachhaltige Entwicklung FGG Rhein
Wasserqualität

Die Wasserqualität im Rhein wird regelmäßig im Rahmen des Deutschen Untersuchungsprogrammes Rhein (DUR) an derzeit vierzehn deutschen Messstellen untersucht. Darüber hinaus umfasst das Internationale Messprogramm weitere Messstellen in der Schweiz, in Frankreich und in den Niederlanden. Die Ergebnisse werden regelmäßig in den Zahlentafeln Rhein publiziert. Mit dem Rheingütebericht 2000 wurde ein mehrere Jahre betrachtende Bewertung der Gewässerqualität im Rhein vorgenommen. Der Bericht ist als download verfügbar.

Der Rheingütebericht und weitere Messdaten zeigen, dass sich die Gewässergüte des Rheins durch Maßnahmen der Abwassersanierung in Bezug auf den Eintrag von organischen Substanzen und Nährstoffen in den 80er Jahren wesentlich verbessert hat. Inzwischen ist eine Stagnation, insbesondere bei den Nährstoffen eingetreten. Dies ist vor allem im Eintrag von Nährstoffen aus diffusen Quellen, z. B. von landwirtschaftlichen Nutzflächen begründet. Eine Bilanzierung zu diesem Thema wurde von der IKSR durchgeführt.

Chlorid war jahrzehntelang - bedingt durch die Einleitungen über die Mosel (Sodaindustrie), durch den Kalibergbau am Oberrhein und über den Kohlebergbau am Niederrhein - ein großer Belastungsfaktor. Erstmals 1998 wurde es erreicht, dass die Zielvorgabe von 100 mg/l durchgängig an der Messstelle Bad Honnef eingehalten werden konnte. Hierzu hat die Durchsetzung des Chloridübereinkommens wesentlich beigetragen. Nach der Einstellung des Kalibergbaus im Elsass hat sich die Situation weiter entspannt.

Im Bereich der Schwermetalle sind die Zielvorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) und der Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) weitgehend erreicht. Zink und Kupfer zeigen aber nach wie vor erhöhte Konzentrationen (Chemische Güteklasse III).

Für die Summe der adsorbierbaren organischen Halogenverbindungen (AOX) hat die Aufnahme dieser Kenngröße ins das deutsche Abwasserabgabengesetz zu einer deutlichen Abnahme geführt, dennoch finden sich noch vereinzelt Werte im Bereich der Güteklasse II-III, d. h. der Zielwert "Güteklasse II" ist noch nicht durchgängig erreicht. Von den speziellen organischen Mikroverunreinigungen ist insbesondere der Stoff Hexachlorbenzol (HCB) problematisch. Dieser Stoff wurde 1999 einmalig in erhöhten Konzentrationen gefunden. Ursache war die in diesem Jahr verzeichnete außergewöhnliche Abfolge von Hochwässern, die zu einer Resuspendierung von Altsedimenten geführt haben. In den Jahren danach waren die Konzentrationen aber wieder unauffällig.

Die Auswahl von "rheinrelevanten Stoffen" erfolgte bislang nach einem in der IKSR entwickelten Schema, das auf Basis von Kenntnissen über produzierte und verwendete Mengen, Nachweisbarkeit im Rhein, Toxizität und weiteren Erkenntnissen eine Auswahl trifft. Dieses Schema wird nach dem Inkrafttreten der EG-Wasserrahmenrichtlinie an die dortige Forderung nach Überwachung von Stoffen, die in "Signifikanten Mengen" eingeleitet werden, angepasst.

Im Rheingütebericht 2000 wurde zur Bewertung der Messdaten die Zielvorgabenkonzeption der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) zugrunde gelegt. Diese Zielvorgabenkonzeption entspricht im Wesentlichen der Zielvorgabenkonzeption der IKSR.

Die EG-Wasserrahmenrichtlinie sieht für die sogenannten prioritären bzw. prioritären gefährlichen Stoffe ein besonderes Bewertungsverfahren vor, auf dessen Grundlage ein Beitrag zur Bewertung des "chemischen Zustands" des Rheins geleistet werden kann. Zukünftige Berichte über die Wasserqualität des Rheins werden dies zu berücksichtigen haben.



25.01.2006